2016/17 (BL-W)

Bezirksliga West Oberfranken, Saison 2016/17

1. Runde: Souveräner Auftritt von Sonneberg

SC Höchstadt/Aisch 2 - SG 1951 Sonneberg 2½:5½

Für die 1. Mann­schaft begann die Saison gleich mit der wei­testen Aus­wärts­tour. Bei der Reserve des SC Höch­stadt wollte man den ersten Sai­son­sieg ein­fahren. Der SC Höch­stadt, ein Verein mit mehr als 80 Mit­glie­dern, ver­zeichnet in diesem Jahr einige Auf­stel­lungs­pro­bleme. Einige starke Spieler sind abge­wan­dert, andere können aus ver­schie­denen Gründen nur spo­ra­disch ein­ge­setzt werden. So trat Höch­stadt 2 bereits im ersten Sai­son­spiel mit vier Ersatz­leuten an – ein Umstand, der die Favo­ri­ten­stel­lung der Son­ne­berger noch deut­li­cher gestaltete.

Und es ging auch gleich gut los: Mikhael Safronow zeigte eine Super­leis­tung und ließ seinem spiel­starken Gegner keine Chance. Daneben hatten sich Chris­to­pher Hartleb, Franz Gei­sen­setter und Klaus Brückner deut­liche Vor­teile her­aus­ge­spielt; die wei­teren Punkte schienen nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Doch leider geriet Sand ins Getriebe. Zunächst ver­passte Uwe Neu­ge­bauer ein Manöver seines jugend­li­chen Geg­ners, das die Stel­lung total aus­glich, sodass ein Remis die logi­sche Folge war. Franz Gei­sen­setter konnte sich den Gewinnweg bereits aus­su­chen, was ihn anschei­nend so ver­wirrte, dass er meh­rere haar­sträu­bende Fehler beging und die Partie am Ende gar noch verlor. Glück­li­cher­weise behielten Chris­to­pher Hartleb und Klaus Brückner die Nerven und brachten mit ihren Siegen Son­ne­berg wieder in Front. Den Mann­schafts­sieg sicherte Egon Mat­thäi, der sich gegen den geg­ne­ri­schen Angriffs­wirbel umsichtig ver­tei­digte, stets die Über­sicht behielt und letzten Endes ver­dient gewann.

Danach war auf beiden Seiten die Luft raus: Die Remisen von Klaus-Dieter Jacob und Klaus Rierl run­deten den sicheren, aber kei­nes­wegs über­zeu­genden 5,5:2,5-Erfolg ab, wobei zumin­dest Klaus Rierl Chancen auf den vollen Punkt gehabt hätte, wenn er sich dazu durch­ge­rungen hätte, die Stel­lung zu öffnen.

Dass auch in diesem Jahr der Auf­stieg nur sehr schwer zu errei­chen sein wird, zeigen die anderen Ergeb­nisse: Der SC Bam­berg 2, Absteiger aus der Bezirks­ober­liga, trat mit voller Kapelle an und fegte die gewiss nicht schlechte Ver­tre­tung der SG Hollfeld/Memmelsdorf mit 7:1 vom Brett.

2. Runde: Kollektiver Blackout

SG 1951 Sonneberg – SG Hollfeld/Memmelsdorf 3½:4½

Wie im Vor­jahr gab es für die SG 1951 Son­ne­berg in der 2. Runde der Bezirks­liga nichts zu holen. Damals ver­mas­selte man das, rück­bli­ckend betrachtet, ent­schei­dende Spiel um den Auf­stieg gegen den SV Neu­stadt. In dieser Saison verlor man gegen die SG Hollfeld/Memmelsdorf mit 3,5:4,5. Nun ist eine Nie­der­lage in der Bezirks­liga nichts Außer­ge­wöhn­li­ches, aber die Art und Weise ihres Zustan­de­kom­mens kann mit Fug und Recht als Bla­mage bezeichnet werden, die für den wei­teren Sai­son­ver­lauf nichts Gutes erwarten lässt.

Dadurch, dass Hollfeld nur mit 6 Spie­lern anreiste, gewannen Klaus Rierl und Uwe Neu­ge­bauer ihre Par­tien kampflos, sodass Son­ne­berg nach der obli­ga­to­ri­schen War­te­zeit bereits mit 2:0 führte. Der scheinbar beru­hi­gende Vor­sprung ver­lei­tete viele Son­ne­berger Akteure zu einer gewissen Sorg­lo­sig­keit; eine andere Erklä­rung für den Spiel­ver­lauf zu finden, fällt schwer.

Aus­ge­rechnet Franz Gei­sen­setter sorgte für den Auf­takt der Nie­der­la­gen­serie, von denen es in 63 Punkt­spiel­jahren nicht viele gegeben haben dürfte. Er agierte viel zu passiv und wurde von seinem Kon­tra­henten an die Wand gespielt. Nach dem Remis von Mikhael Safronow und dem Sieg von Chris­to­pher Hartleb schien der Mann­schafts­er­folg nur noch Form­sache zu sein. Doch es folgte der Tra­gödie zweiter Teil!

Egon Mat­thäi hatte eine schöne Stel­lung her­aus­ge­spielt, ging aber zu kom­pli­ziert an die Ver­wer­tung seines Vor­teils heran. Prompt unter­lief ihm ein simpler Figu­ren­ver­lust, der nicht mehr zu kom­pen­sieren war, sodass die Partie ver­loren ging. Da Klaus-Dieter Jacob nach einem Schnitzer in der Eröff­nung klar schlechter stand, ver­suchte es Klaus Brückner mit der Brech­stange. Er eroberte zwei Bauern am Damen­flügel, übersah dabei jedoch, dass es für seinen König eng werden würde. Der Rückzug der Dame kam zu spät; die beiden geg­ne­ri­schen Springer zau­berten zum Leid­wesen von Klaus ein wun­der­schönes Matt­bild aufs Brett. Inzwi­schen hatte Klaus-Dieter Jacob sich befreien können und es war ihm sogar gelungen, die Qua­lität zu erobern. Erneut war der Mann­schafts­sieg greifbar. Nach einem Zug, der den Damen­tausch erzwungen hätte, wäre seinem Gegner nichts übrig geblieben, als die Waffen zu stre­cken. Klaus-Dieter ließ sich zu wei­terem Mate­ri­al­ge­winn hin­reißen, musste dafür aber die geg­ne­ri­sche Dame in seine Stel­lung ein­dringen lassen. Um mit seinem König dem Dau­er­schach zu ent­fliehen, schickte ihn Klaus-Dieter ins freie Feld, wo er in ein­zügig Matt gesetzt wurde. Dieser Blackout bil­dete den Höhe­punkt der desas­trösen Vor­stel­lung, die in einer 3,5:4,5-Niederlage gip­felte, mit der man sich bis auf die Kno­chen bla­miert hat.

Nach diesem Ergebnis kann man den Auf­stieg wohl für ein wei­teres Jahr in den Wind schreiben; mit einer Leis­tung wie dieser muss man sogar um den Klas­sen­er­halt bangen. Am 20. November hat die Mann­schaft die Chance, sich beim PSV Bam­berg von einer bes­seren Seite zu zeigen.

3. Runde: Wiedergutmachung gelungen

PSV Bamberg - SG 1951 Sonneberg 2:6

Nach dem Debakel in der 2. Runde war man gespannt, wie sich die 1. Mann­schaft im Fol­ge­spiel prä­sen­tieren würde. Dies um so mehr, da einer­seits mit Klaus-Dieter Jacob ein Stamm­spieler nicht zur Ver­fü­gung stand, ande­rer­seits auch die Anreise zum Spiel chao­tisch ver­lief. Letzten Endes kann man jedoch kon­sta­tieren, dass die Reha­bi­li­tie­rung geglückt ist. Inwie­weit man das Spiel gegen den Außen­seiter PSV Bam­berg als Maß­stab her­an­ziehen kann, bleibt aller­dings offen.

Das Spiel begann mit einem kampf­losen Erfolg für Robin Fröh­lich, da Bam­berg das 8. Brett nicht besetzen konnte. Doch im Unter­schied zum letzten Spiel blieb dieses Mal der Schlen­drian außen vor. Die Sie­ges­serie eröff­nete Chris­to­pher Hartleb, der ohne Pro­bleme seinen dritten Sieg im dritten Spiel lan­dete. Uwe Neu­ge­bauer zog schnell nach und setzte seinen Gegner schwung­voll matt. Bei Egon Mat­thäi klemmte die Säge, er kam trotz eines Mehr­bauern nicht richtig ins Spiel, sodass er sich mit einem Remis aus der Affäre zog.

Wenig später gelang auch Franz Gei­sen­setter end­lich sein erster Sai­son­sieg, mit dem das Match bereits ent­schieden war. Auch Klaus Brückner schaffte am 4. Brett einen Sieg und baute die Füh­rung damit noch weiter aus. Klaus Rierl kam dagegen nicht weiter, zog noch ein paar Mal hin und her und wil­ligte dann ange­sichts des Gesamt­standes ins Remis ein.

In der letzten noch lau­fenden Partie hatte Mikhael Safronow einen schweren Stand. Nach einem unge­schickten Abtausch wurde er von seinem erfah­renen Gegner immer weiter in die Defen­sive gedrängt. Am Ende konnte er die Stel­lung nicht mehr halten, sodass der Gast­geber auf 2:6 ver­kürzen konnte.

Der über­zeu­gende Sieg ist ein Schritt in die rich­tige Rich­tung, doch wohin die Reise geht, werden die nächsten Runden zeigen. Am 4. Dezember emp­fängt Son­ne­berg den Kro­nacher SK 2. In der Tabelle thronen die ver­lust­punkt­freien Teams SC Bam­berg und SSV Burg­kunstadt an der Spitze, gefolgt von Son­ne­berg mit 4:2 Punkten.

4. Runde: Souveräner Sieg gegen Kronach

SG 1951 Sonneberg – Kronacher SK 2 7:1

Im letzten Spiel des sich dem Ende ent­gegen nei­genden Jahres emp­fing die 1. Mann­schaft der SG 1951 Son­ne­berg den Neu­ling SK Kro­nach 2. Es wurde ein klarer Sieg ein­ge­fahren – offen­sicht­lich hatte die depri­mie­rende Nie­der­lage in Runde 2 eine heil­same Wir­kung. Kro­nach konnte aller­dings nur mit einer stark ersatz­ge­schwächten Mann­schaft antreten, da für Kro­nach 1 vier Spieler abge­stellt werden mussten.

Trotz des güns­tigen Aus­gangs­lage muss man allen Spie­lern eine hoch­kon­zen­trierte Leis­tung beschei­nigen. Es dau­erte auch nicht lange, bis die Mann­schaft durch die sicheren Siege von Egon Mat­thäi und Uwe Neu­ge­bauer mit 2:0 in Füh­rung ging. Wenig später konnten auch  Franz Gei­sen­setter und Klaus Brückner ihre  Par­tien sieg­reich beenden.  Bei den noch lau­fenden 4 Par­tien musste man ledig­lich bei Klaus Rierl Bedenken haben, der  gegen seinen jugend­li­chen Kon­tra­henten lange zu kämpfen hatte, ehe das Remis in tro­ckenen Tüchern war. Bei Klaus-Dieter Jacob an Brett 5 war wenig los und irgend­wann einigten sich die Kon­tra­henten eben­falls friedlich.

Beim Zwi­schen­stand von 5:1 für Son­ne­berg ging es ledig­lich noch um die Höhe des Erfolges. Bei den beiden noch aus­ste­henden Par­tien von Chris­to­pher Hartleb und Mikhael Safronow rech­nete man auf Grund des Zwi­schen­standes eigent­lich auch mit Remisen, aber sowohl Chris­to­pher als auch Mikhael kämpften weiter und wollten das Ergebnis noch höher schrauben. Zunächst ver­stärkte Mikhael den Druck immer mehr und nach fast 5 Stunden musste sein Gegner kapi­tu­lieren. Am Spit­zen­brett dau­erte es sogar noch etwas länger, bis Chris­to­pher Hartleb seinen Gegner Hans Neu­berg in die Knie gezwungen hatte.

Mit diesem 7:1 hielt sich die Mann­schaft alle Optionen für die nächsten Spiele offen, und man darf gespannt sein, ob sie die beiden ver­lust­punkt­freien Mann­schaften aus Bam­berg und Burg­kunstadt noch gefährden kann. Erst Mitte Januar werden die Spiele fort­ge­setzt und Son­ne­berg hat mit dem Nach­barn TSV Mön­chröden eine lös­bare Auf­gabe vor sich.

5. Runde: Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen!

TSV Mönchröden - SG 1951 Sonneberg 2½:5½

Die nicht nur unter Schach­spie­lern ver­brei­tete Rede­wen­dung trifft genau den Kern des bis­he­rigen Sai­son­ver­laufs der Schach­teams der SG 1951 Son­ne­berg. Auch in Runde 5 gegen den TSV Mön­chröden bekam die 1. Mann­schaft Probleme.

In erster Linie des­halb, weil die Oldies Egon Mat­thäi und Franz Gei­sen­setter patzten und ihre aus­sichts­rei­chen Stel­lungen noch in den Sand setzten. Richtig eng wäre es geworden, wenn der Gegner von Uwe Neu­ge­bauer die Nerven behalten hätte. In über­le­gener Stel­lung pro­du­zierte Uwe einen fürch­ter­li­chen Lapsus, wonach er plötz­lich mit nur einem Turm gegen die geg­ne­ri­sche Dame zurück­blieb. Nur dank kräf­tiger Mit­hilfe seines Möchrö­dener Kon­tra­henten konnte er das Blatt noch einmal wenden.

Die Son­ne­berger Aktiv­posten Chris­to­pher Hartleb und Klaus Brückner führten ihre Par­tien sou­verän und lenkten den leck geschla­genen Kahn wieder in freund­li­chere Gefilde. Auch Klaus-Dieter Jacob spielte sehr kon­zen­triert und brachte das End­spiel mit Qua­li­täts­vor­teil sicher nach Hause. Klaus Rierl hatte im Tur­m­end­spiel zwar einen Mehr­bauern, wel­cher in der vor­lie­genden Stel­lung nicht zum Gewinn hätte aus­rei­chen sollen. Doch ein sehr schlechter Zug des Ex-Hild­burg­häu­sers Jürgen Eisen­acher ermög­lichte Klaus doch noch den ent­schei­denden Punkt zum Match­ge­winn. Nach einer langen, von beiden Seiten stark gespielten Partie, trennten sich Mikhael Safronow und Torsten Redl mit einem fried­li­chen Unent­schieden. Am Ende steht ein stan­des­ge­mäßer 5,5:2,5-Erfolg für den Favo­riten – aber siehe Über­schrift!

In Runde 6 gegen den Coburger SV muss eine deut­liche Leis­tungs­stei­ge­rung her, um den füh­renden Teams auf den Fersen zu bleiben. Über­ra­schen­der­weise büßten die beiden Spit­zen­reiter SC Bam­berg 2 und SSV Burg­kunstadt jeweils einen Punkt ein.

6. Runde: Aufstiegschance erhalten

SG 1951 Sonneberg - Coburger SV v. 1872 6½:1½

Um den Tabel­len­füh­rern SC Bam­berg und SSV Burg­kunstadt auf den Fersen zu bleiben, musste gegen den Coburger SV ein Sieg her. Im Gegen­satz zu den vorigen Spielen, in denen die Mann­schaft einige Brett­punkte leicht­fertig lie­gen­ge­lassen hatte, gingen die Spieler von Beginn an hoch­kon­zen­triert zu Werke. Da die Coburger ener­gisch dage­gen­hielten, war nach 3 Stunden noch keine Ent­schei­dung gefallen.

Wohl hatte Son­ne­berg an einigen Bret­tern Vor­teile auf­zu­weisen, doch bis zu zähl­baren Erfolgen war viel Arbeit von­nöten. Der erste Sieg gelang Klaus Brückner, der in einer kom­pli­zierten Situa­tion nicht nur die Nerven, son­dern auch die Mehr­figur behielt und auch den tech­ni­schen Part sicher absol­vierte. Am zweiten Brett gab es bei hete­ro­genen Rocha­de­stel­lungen einen scharfen Kampf. Ange­sichts den Match­standes gab sich Mikhael Safronow mit einem Remis zufrieden. Klaus Rierl bewies erneut seine gute Form mit einem sicher her­aus­ge­spielten Erfolg. Franz Gei­sen­setter, der eben­falls sehr gut stand, spielte die Partie sicher zu Ende und gewann schließ­lich durch Zeit­über­schrei­tung seines Geg­ners. Klaus-Dieter Jacob blieb es vor­be­halten, mit einem schönen Matt mitten auf dem Brett den Mann­schafts­sieg zu sichern. Dagegen schaffte es Egon Mat­thäi nicht, seinen Mehr­bauern ent­schei­dend in die Waag­schale zu werfen. Nachdem der Mann­schafts­er­folg bereits gesi­chert war, nahm er das geg­ne­ri­sche Remis­an­gebot an. Das Glück des Tüch­tigen stand wieder einmal Uwe Neu­ge­bauer zur Seite. Wie bereits in der letzten Runde stellte er in über­le­gener Stel­lung eine Figur ein. Dank geg­ne­ri­scher Fehl­züge gelang es ihm noch, sich mit­tels Dau­er­schach ins Remis zu retten. Den Schluss­punkt setzte Chris­to­pher Hartleb, der aus­gangs der Eröff­nung die Qua­lität für einen Bauern gewonnen hatte und trotz zäher geg­ne­ri­scher Ver­tei­di­gung den Vor­teil sicher ver­werten konnte. Mit dem 6. Sieg im 6. Spiel bleibt Chris­to­pher damit Tops­corer der Liga.

Die Situa­tion an der Tabel­len­spitze bleibt nach dem 6,5:1,5-Erfolg unver­än­dert: Son­ne­berg liegt mit einem Punkt hinter Bam­berg und Burg­kunstadt auf Platz 3. Da man gegen beide Teams noch antreten muss, hat man noch alles selber in der Hand.

7. Runde: Punkteteilung in Bamberg

SC 1868 Bamberg 2 – SG 1951 Sonneberg 4:4

Beim Aus­wärts­spiel in Bam­berg han­delte es sich um ein Spit­zen­spiel. Mit einem Sieg hätten die Mann­schaften einen großen Schritt Rich­tung Auf­stieg gehen können. Dem­entspre­chend kon­zen­triert gingen beide Teams zu Werke. Im Vor­feld galt Bam­berg mit im Schnitt 80 DWZ-Punkten mehr pro Brett als leichter Favorit.

Nach knapp 3 Stunden fielen die ersten Ent­schei­dungen. Klaus Brückner und Klaus-Dieter Jacob gaben ihre Par­tien remis. Auch Franz Gei­sen­setter konnte nach dem Damen­tausch nicht mehr auf Vor­teil hoffen und fügte sich eben­falls in die Punk­te­tei­lung. Kurz darauf folgte der erste Schreck­schuss, als Mikhael Safronow in auf­kom­mender Zeit­knapp­heit einen Figu­ren­ver­lust übersah und wenig später die Segel strei­chen musste.

Am Spit­zen­brett ver­suchte Chris­to­pher Hartleb seine weiße Weste zu bewahren, doch unter­liefen ihm im Tur­m­end­spiel zwei Unge­nau­ig­keiten, die es seinem Gegner gestat­teten, ins Remis zu ent­schlüpfen. Zwi­schen­zeit­lich hatte Klaus Rierl seinem erfah­renen Gegner einen Bauern abge­nommen. Nach Sprin­ger­tausch hatte er im Bau­ernend­spiel leichtes Spiel und stellte den Aus­gleich für Son­ne­berg her. Mit kon­trol­lierter Offen­sive erzielte Uwe Neu­ge­bauer Stel­lungs- und Zeit­vor­teil, den er in der Zeit­not­phase in ent­schei­denden Mate­ri­al­vor­teil trans­for­mieren konnte. Nachdem die Zeit­kon­trolle geschafft war, gab sich sein Gegner geschlagen.

Beim Stand von 4:3 für Son­ne­berg hingen Wohl und Wehe vom Aus­gang des Spiels von Egon Mat­thäi ab. In einer Gam­bi­ter­öff­nung erhielt Egon für seinen geop­ferten Bauern leb­haftes Figu­ren­spiel, doch mit der Unbe­küm­mert­heit der Jugend neu­tra­li­sierte sein Gegner den Angriff. Im End­spiel mit Minus­bauern wollte sich Egon nicht mit pas­siver Ver­tei­di­gung abfinden. Nach einem Befrei­ungs­ver­such verlor er einen wei­teren Bauern und damit alle Chancen auf Rettung.

Am Ende stand ein leis­tungs­ge­rechtes 4:4 zu Buche, das Bam­berg mehr nützt als Son­ne­berg. Als Nutz­nießer könnte sich der SSV Burg­kunstadt erweisen, der vor beiden Mann­schaften an der Tabel­len­spitze thront. Die direkten Duelle in den fol­genden Runden werden die Auf­stiegs­frage end­gültig klären, so dass Span­nung bis zur letzten Runde garan­tiert ist.

8. Runde: Sonneberg wahrt Aufstiegschance

TSV 1860 Tettau – SG 1951 Sonneberg 3:5

Nach langem Auf­stel­lungs­wirr­warr schaffte es die 1. Mann­schaft im letzten Moment doch noch, 8 Spieler an die Bretter zu schi­cken. Die feh­lenden Stamm­spieler Franz Gei­sen­setter und Klaus-Dieter Jacob wurden durch Karl-Heinz Jacob und John Herr­mann ersetzt.

Gegen die spiel­starken Tettauer ver­lief der Auf­takt wenig viel­ver­spre­chend. Nach einem Kurz­remis von Egon Mat­thäi gegen seinen lang­jäh­rigen Ver­eins­ka­me­raden Lutz Müller-Welt, stellte Karl-Heinz Jacob ein­zügig einen Turm und damit die Partie ein. Ersatz­spieler John Herr­mann hatte zwar einen Springer erobert, doch auf­grund der luf­tigen Stel­lung seines Königs begnügte er sich mit Zugwiederholung.

Im Rück­stand lie­gend, musste das Risiko an den rest­li­chen Bret­tern erhöht werden. Uwe Neu­ge­bauer, der seinen Gegner schon über­spielt hatte, ließ einen Moment die Zügel schleifen und hatte auf einmal nur noch einen Mehr­bauern im Tur­m­end­spiel. Dank einer geschickten Abwick­lung brachte er die Partie doch noch sieg­reich nach Hause. In hoch­gra­diger Zeitnot mit nur noch drei Minuten für 12 Züge begnügte sich Mikhael Safronow mit einem Remis. Chris­to­pher Hartleb, der aus­gangs der Eröff­nung zwei Bauern auf Kosten einer ver­schach­telten Stel­lung erobert hatte, konnte sich kon­so­li­dieren und erreichte durch Rück­gabe eines Bauern eine tech­nisch gewon­nene End­spiel­stel­lung. Trotz hart­nä­ckiger geg­ne­ri­scher Ver­tei­di­gung konnte er sich am Ende durchsetzen.

Kurz darauf der erneute Rück­schlag: Geburts­tags­kind Klaus Brückner hatte das Risiko zu hoch geschraubt und stand nach Bau­ern­ver­lust und fol­gendem Damen­tausch vor den Trüm­mern seiner Stel­lung. Doch das Glück des Tüch­tigen blieb auf seiner Seite. Aus dem Nichts pro­du­zierte sein Gegner einen nicht wieder gut zu machenden Lapsus, und Klaus ent­wischte glück­lich ins Remis. Mit dem 4:3-Zwischenstand war der Mann­schafts­sieg prak­tisch gesi­chert, da für Klaus Rierl mit Turm und zwei Bauern gegen Turm kein Ver­lust­ri­siko bestand. Am Ende liefen die Bauern durch und der 5:3-Endstand war perfekt.

Mit dem Mann­schafts­sieg bleibt Son­ne­berg vor der Schluss­runde in Schlag­d­i­stanz mit Tabel­len­führer Bamberg.

9. Runde: Sonneberg stolpert zum Sieg

SG 1951 Sonneberg - SSV Burgkunstadt 4½:3½

Im letzten Punkt­spiel der Saison behielt die 1. Mann­schaft gegen das Über­ra­schungs­team aus Burg­kunstadt knapp mit 4½:3½ die Ober­hand. Vor dem Spiel hatte Son­ne­berg nur noch theo­re­ti­sche Chancen auf den Auf­stieg, da Tabel­len­führer Bam­berg bereits ein 4:4-Unentschieden gegen Höch­stadt gereicht hätte, um den Auf­stieg sicher­zu­stellen, wäh­rend es für Burg­kunstadt nur noch um die Ehre des zweiten Platzes ging.

Dass die Burg­kunst­adter zurecht in der Spit­zen­gruppe stehen, bewiesen sie auch in diesem Spiel. Obwohl nur mit 7 Spie­lern – dar­unter 3 Ersatz­leuten – ange­reist, for­derten sie den Gast­geber zum Kampf heraus. Wieder einmal sollte es sich bewahr­heiten, dass sich die SG gegen Teams in Unter­zahl schwer tut. Nach gut 3 Stunden fielen die ersten Ent­schei­dungen. Klaus Brückner konnte aus der Eröff­nung keine Vor­teile her­aus­holen und nahm so das geg­ne­ri­sche Remis­an­gebot an. Franz Gei­sen­setter schaffte es nicht, die für ihn mise­rabel ver­lau­fene Saison zu einem halb­wegs ver­söhn­li­chen Ende zu bringen; er ver­irrte sich mit seinem Springer in den geg­ne­ri­schen Reihen und konnte ledig­lich in ein ver­lo­renes Tur­m­end­spiel abwi­ckeln. Egon Mat­thäi gingen gegen den geg­ne­ri­schen Nach­wuchs­spieler die Ideen aus und so gab es auch hier ledig­lich ein Remis. Glück­li­cher­weise behielten Klaus-Dieter Jacob und Klaus Rierl die Nerven und brachten Son­ne­berg mit 4:2 in Front. Doch Burg­kunstadt kam zurück und konnte durch den Sieg von Mann­schafts­ka­pitän Thomas Bar­ni­ckel gegen Mikhael Safronow auf 3:4 verkürzen.

Die Ent­schei­dung musste nun am Spit­zen­be­rett fallen, wo Chris­to­pher Hartleb mächtig unter Druck stand. Nach Turm­ab­tausch hatte er zwar zwei Bauern weniger, aber dank eines aktiven Königs und unglei­cher Läufer blieb er auch im letzten Sai­son­spiel unge­schlagen und konnte den Sieg für Son­ne­berg sicherstellen.

Damit hat Son­ne­berg mit 15:3 Punkten zwar ein sehr gutes Ergebnis erreicht, bleibt aber um einen Punkt hinter dem Spit­zen­reiter Bam­berg 2 zurück. Rück­bli­ckend muss fest­ge­stellt werden, dass aus­ge­rechnet im Match gegen die nur mit 6 Spie­lern ange­tre­tene SG Hollfeld/Memmelsdorf der Auf­stieg ver­spielt wurde.

Bezirksliga West 2016/17 - Tabelle

Rg. Mannschaft           1  2  3  4  5  6  7  8  9  10   MP     BP
 1  SC 1868 Bamberg 2    ## 4  7  7  5½ 6  4  7  6½ 7   16- 2   54
 2  SG 1951 Sonneberg    4  ## 3½ 4½ 5  7  6½ 5½ 5½ 6   15- 3   47½
 3  SG Hollfeld/Memm.    1  4½ ## 2½ 5½ 5½ 6½ 4½ 5  6   14- 4   41
 4  SSV Burgkunstadt     1  3½ 5½ ## 6  4  5½ 5½ 6  5   13- 5   42
 5  TSV Tettau           2½ 3  2½ 2  ## 4  4½ 6  5½ 4    8-10   34
 6  Kronacher SK 2       2  1  2½ 4  4  ## 5½ 5½ 3  5½   8-10   33
 7  Coburger SV v. 1872  4  1½ 1½ 2½ 3½ 2½ ## 5½ 4  4½   6-12   29½
 8  TSV Mönchröden       1  2½ 3½ 2½ 2  2½ 2½ ## 4½ 5    4-14   26
 9  SC Höchstadt/Aisch 2 1½ 2½ 3  2  2½ 5  4  3½ ## 3    3-15   27
10  PSV Bamberg          1  2  2  3  4  2½ 3½ 3  5  ##   3-15   26